Über mich und meine Yamaha
Meine Person
Hallo und herzlich willkommen bei Nordcruiser!
Mein Name ist Sascha und ich fahre und schraube seit mittlerweile über 20 Jahren immer mal wieder an Motorrädern. Neben verschiedenen kleineren motorisierten Zweirädern hatte ich im Laufe der Jahre schon einige Motorräder in meiner Garage stehen. Eines hatten sie allerdings alle gemeinsam: Es waren ältere Modelle. Eine wirklich moderne Maschine war nie dabei.
Mein erstes richtiges Motorrad war eine Suzuki GSX-R 1100. Ein ordentliches Kraftpaket, das mir viel Freude bereitet hat und sich überraschend angenehm fahren ließ. Allerdings war ich nie jemand, der unbedingt mit Höchstgeschwindigkeit durch die Kurven jagen oder auf der Rennstrecke unterwegs sein musste. Mir ging es schon damals eher um gemütliche Touren über Land, schöne Landschaften und einfach darum, das Motorradfahren zu genießen.
Nach der GSX-R 1100 folgte dann das genaue Gegenteil: eine Honda CB 450 S mit satten 27 PS. Das war natürlich ein gewaltiger Unterschied! So richtig warm geworden bin ich mit der Honda allerdings nie. Sie war für mich eher ein praktisches Fortbewegungsmittel als ein Motorrad, mit dem ich aus purer Freude unterwegs war.
Im Laufe der Jahre folgten weitere Maschinen, darunter eine Suzuki GSX-F 750, zwei Suzuki GSX-F 600 und eine Honda CM 400 T. Und wahrscheinlich noch die eine oder andere, die ich mittlerweile schon wieder vergessen habe.
Jetzt mal etwas Neues – eine Yamaha!
Eigentlich hatte ich mit dem Motorradfahren schon abgeschlossen.
In den vergangenen Jahren bin ich einfach zu selten gefahren. Für längere Touren fehlte meistens die Zeit, und irgendwann kam der Gedanke auf, dass es eigentlich schade ist, wenn ein Motorrad die meiste Zeit nur ungenutzt herumsteht.
Also habe ich mich vom Motorradfahren verabschiedet und einen Großteil meiner Motorradausrüstung verkauft, verschenkt oder entsorgt.
Aber wie das manchmal so ist: Ganz losgelassen hat mich das Thema offenbar doch nicht.
Irgendwann war die Lust plötzlich wieder da. Einfach mal wieder aufsteigen, den Motor starten und bei schönem Wetter eine gemütliche Runde über die Landstraßen drehen.
Da ich mir allerdings nur ein kleines Budget gesetzt hatte, musste etwas Passendes her. Und tatsächlich war schneller etwas gefunden, als ich ursprünglich gedacht hätte.
Die Maschine
Mein Ziel war von Anfang an klar: Ich wollte möglichst wenig Geld ausgeben und hatte auch nichts dagegen, selbst Hand anzulegen.
Schließlich macht mir das Schrauben durchaus Spaß, und eine ältere Maschine wieder auf Vordermann zu bringen, hat ja auch seinen Reiz.
Also habe ich eher aus Spaß bei Kleinanzeigen gestöbert und bin tatsächlich auf ein interessantes Angebot direkt bei mir im Ort gestoßen.
Ein älteres Motorrad, nicht fahrbereit, ohne gültige Hauptuntersuchung und mit einigen bekannten Mängeln. Für viele wahrscheinlich eher abschreckend, für mich aber durchaus interessant.
Kurz darauf war die Sache beschlossen. Am nächsten Tag wurde das Motorrad auf den Anhänger verladen und erst einmal in die heimische Garage gebracht.
Geworden ist es eine Yamaha XJ 600 N aus dem Jahr 1994.

Die erste Bestandsaufnahme
Der erste Eindruck aus den Bildern der Verkaufsanzeige bestätigte sich zumindest weitgehend. Natürlich gibt es einiges zu tun, aber genau damit hatte ich gerechnet.
Die letzte Hauptuntersuchung liegt mittlerweile elf Jahre zurück und wurde seitdem nicht erneuert. Stillgelegt wurde die XJ allerdings erst 2025.
Trotz dieser Vorgeschichte fiel die erste Bestandsaufnahme überraschend positiv aus.
Die Yamaha ist vollständig, hat keine größeren sichtbaren Beschädigungen und befindet sich für ein Motorrad aus dem Jahr 1994 insgesamt in einem durchaus brauchbaren Zustand.
Die größten Baustellen sind zunächst einmal die nahezu fest sitzenden Bremsen und der nicht laufende Motor.
Beides sind natürlich keine Kleinigkeiten, aber auch noch lange kein Grund, das Projekt gleich wieder aufzugeben.
Die ersten Arbeiten
Als Erstes habe ich den Tank abgebaut und ausgespült.
Darin befand sich noch ein Rest einer Flüssigkeit, die mit frischem Benzin nicht mehr besonders viel gemeinsam hatte. Erfreulicherweise zeigte sich aber, dass der Tank innen nicht großflächig verrostet ist. Einige Roststellen sind zwar vorhanden, insgesamt scheint sich der Zustand aber in Grenzen zu halten.
Bevor wieder frisches Benzin eingefüllt wird, werde ich den Tank noch einmal gründlich kontrollieren und gegebenenfalls weiter reinigen.
Da beim Kauf keine Batterie verbaut war, habe ich zunächst eine neue besorgt und testweise angeschlossen.
Die erste positive Überraschung: Die Elektrik funktioniert!
Beleuchtung und die übrigen getesteten elektrischen Funktionen zeigen Leben, und sogar der Anlasser dreht den Motor durch. Dabei waren zunächst auch keine ungewöhnlichen Geräusche zu hören.
Das ist natürlich noch keine Garantie dafür, dass der Motor technisch gesund ist, aber immerhin ein vielversprechender Anfang.
Auch das alte Motoröl habe ich inzwischen abgelassen. Es wird zusammen mit dem Ölfilter erneuert, bevor der Motor seinen ersten richtigen Startversuch bekommt.
Als Nächstes steht die Vergaseranlage auf dem Programm. Nach der langen Standzeit dürfte hier einiges an Reinigung notwendig sein. Vier Vergaser bedeuten zwar etwas mehr Arbeit, aber das gehört bei einem solchen Projekt eben dazu.
Wenn Tank und Vergaser wieder in Ordnung sind, wird es spannend: Dann soll der Vierzylinder zum ersten Mal nach langer Zeit wieder anspringen.
Wie geht es weiter?
Sobald der Motor wieder zuverlässig läuft, geht es an die nächsten Baustellen.
Ganz oben auf der Liste stehen die Bremsen, die selbstverständlich vollständig überprüft und instand gesetzt werden müssen. Anschließend folgen Reifen und Kettensatz.
Auch das Lenkkopflager, die Gabelsimmerringe und die übrigen Fahrwerkskomponenten werde ich genauer unter die Lupe nehmen. Auf den ersten Blick sieht hier vieles noch ordentlich aus, aber nach einer so langen Standzeit möchte ich mich darauf nicht verlassen.
Mein Ziel ist es, die Yamaha über den Winter Stück für Stück wieder in einen technisch einwandfreien Zustand zu bringen.
Im Frühjahr 2027 soll die XJ 600 N wieder eine gültige Hauptuntersuchung bekommen und zurück auf die Straße.
Ob das alles so reibungslos klappt, wie ich es mir vorstelle, wird sich zeigen. Wahrscheinlich wird es unterwegs noch die eine oder andere Überraschung geben.
Aber genau darum geht es bei Nordcruiser: Ich möchte die Arbeiten an der Yamaha dokumentieren, meine Erfahrungen und Schraubertipps weitergeben und später natürlich auch von meinen Motorradtouren berichten.
Vielleicht hilft der eine oder andere Beitrag ja jemandem, der selbst eine ältere Maschine wieder zum Leben erwecken möchte.
In diesem Sinne: Willkommen bei Nordcruiser und viel Spaß beim Mitlesen!
